Montag, 6. März 2017

Blogeintrag über Januar/Februar und Cultural Exchange



Nach langer, langer Zeit melde ich mich hier auch mal wieder… Viel ist passiert in den letzten zwei Monaten und dennoch wollte ich es nicht auf dem Blog veröffentlichen. Nach allem will ich euch aber trotzdem versuchen einen Einblick in das, was passiert ist, zu geben. Dieser Eintrag wird dementsprechend nicht über so viele schöne Erfahrungen gehen und ich hoffe es ist nicht zu schlimm für euch, auch mal über die negativen Erfahrungen zu lesen.
Ich versuche mich kurz zu halten, daher wird der Stil auch etwas anders sein…
Drehen wir die Zeit mal 2 Monate zurück: Am 05. Januar 2017 waren wir gerade einen Tag aus dem Urlaub zurück und ich hatte einen Schwächeanfall, weswegen ich kurzerhand ins Krankenhaus kam… Und so fing alles an…
07. Januar: Meine Kontaktperson kommt zu Besuch, da sie durch meine Gastfamilie über meinen Anfall informiert wurde. Mir wurden verschiedenste Sachen von der Organisation aus vorgeworfen, mit denen ich angeblich die Regeln der Organisation gebrochen habe. Mir wurde gesagt, dass ich einen Warnbrief bekomme und eventuell zurück nach Deutschland geschickt werde. Daraufhin war ich total verstört, zum Einen weil ich die Vorwürfe nicht verstehen konnte (und immer noch nicht kann…) und zum Anderen, weil ich noch nicht nach Hause will. Das wiederum wurde von einer Person so weitererzählt, dass ich familiäre Probleme in Deutschland habe und ich deshalb nicht nach Hause will. So fing es auch schon mit den ganzen Vorurteilen los und teilweise war ich echt schon am zweifeln, was ich falsch gemacht habe, dass alle sich gegen mich stellten. Eines der anderen „Vorurteile“ war, dass der Schwächeanfall eine Panikattacke war, was keinesfalls irgendwo bewiesen wurde. Auf Grund dieser „Diagnose“ meiner Organisation wurde ich dann zum Psychologen geschickt, was mich nur noch mehr an meiner weiteren Ausführung meines Austauschjahres zweifeln ließ und mir keinesfalls half.
Im Laufe der nächsten Wochen hörte ich nichts von der Organisation und auch den Warnbrief erhielt ich nicht,heißt ich hatte keinerlei Informationen.
26. Januar: Meine Kontaktperson tauchte plötzlich bei uns zu Hause auf und teilte mir mit, dass ich zwei Tage später, am 28. Januar, zur Midyearorientation fahre und von dort aus meine Familie wechsel und nach Pretoria ziehen würde… Keinerlei andere Informationen und nebenbei bricht meine Welt total zusammen, da ich meine wirklich inzwischen engen Freunde und auch meine Familie nicht verlassen wollte.
27. Januar: Mein letzter Schultag mit meinen Freunden in Klerksdorp und gleichzeitig musste ich auch allen erzählen, dass ich am nächsten Tag umziehen werde. Nach einem tränenreichen Abschied von meinen Freunden ging es also nach Hause und ich packte meine Koffer…
28. Januar: Nachdem Abschied von meiner Familie, wurde ich von meiner Kontaktperson abgeholt und es ging ab zur Bushaltestelle von wo aus ich mit einer anderen Austauschschülerin aus Klerksdorp mit dem Bus nach Pretoria zur Midyearorientation gefahren bin. (Inhalt der Orientation wie erwartet eher langweilig und nicht erzählenswert) Ich, immer noch total ohne Informationen über mein neues zu Hause, ergebe mich also dem Programm und bekomme am Abend des 29. Januars die Info, dass ich zur Probezeit für 3 Wochen zu einer Freiwilligen von yfu, ihrem Mann und ihren zwei Kleinkindern ziehe.
 Am 30. Januar erhalte ich den Warnbrief, den ich unterschreiben muss, obwohl ich die Vorwürfe noch immer nicht verstehen kann, und ich werde von meiner Probefamilie abgeholt. Glücklicherweise eine super liebe Familie mit zwei süßen Kindern (2 und 3 Jahre alt), mit denen ich mich sofort gut verstand und das obwohl mein Afrikaans sprechen noch nicht so super ist und sie noch kein Englisch verstehen.
Die 3 Wochen verliefen soweit ereignislos bis auf ein paar komische Situation, als ich zum Beispiel auf der Straße von zwei Männern angesprochen wurde, dass ich doch Netball spielen sollte, da ich so ein sportliches und kräftiges Mädchen sei.
Ohne jegliche weitere Informationen ging es dann also für mich am 18. Februar auf den cultural exchange (Bericht folgt). Am Donnerstag bevor dem Samstag, an dem wir wieder zurück fuhren, schrieb ich dann nochmal yfu an und fragte, was jetzt mit mir passieren wird und bekam daraufhin die Information, dass ich bis zum Ende meines Auslandsjahres in Johannesburg in einer Familie wohnen werde, dessen Tochter eigentlich selber Austauschschülerin sein wollte, sich aber letztendlich entschieden haben, lieber einen Austauschschüler aufzunehmen. Nach all den Problemen musste es ja auch mal eine gute Nachricht geben.
Alles hat also mit meinem Schwächeanfall angefangen und ohne den wäre ich jetzt wahrscheinlich noch immer in Klerksdorp aber jetzt lebe ich in Bryanston, Johannesburg, gehe auf die englisch sprachige Bryanston High school mit meinen beiden Geschwistern. (Eine Schwester-15 und ein Bruder-17) und bis jetzt läuft es hier echt super und meinen ersten Schultag habe ich auch hinter mir. Jetzt hoffe ich nur noch, dass es so weiter geht und es keine weiteren Probleme gibt.


Der cultural exchange bestand aus zwei Wochen, die wir in verschiedenen kleinen, ländlichen Gebieten verbrachten, wo die Leute noch immer sehr einfach leben. Da ein paar gewisse Leute alles mögliche wissen wollen, wird dieser Beitrag ziemlich ausführlich, also wenn euch etwas nicht interessiert→ einfach überlesen ;D
Fangen wir mit meiner Familie an: Ich lebte zusammen mit meiner Oma und meiner älteren Schwester (17). Eine Woche war auch noch eine andere Schwester (23) mit ihrem Kind da. Unser Haus bestand aus 3 Zimmern: Ein Zimmer wo meine Gastoma und meine älteste Schwester und ihr Kind schliefen, was gleichzeitig auch der Vorratsraum war. Das zweite Schlafzimmer mit einem Bett gehörte meiner gleichaltrigen Schwester und mir. Das letzte Zimmer war eine Art Abstellkammer für Teller, Becher und fertig gekochtes Essen.
Gekocht wurde in einer Art Hütte draußen über dem Feuer. Zu Essen gab es morgens meistens eine Scheibe Toast (manchmal mit Margarine), in der Schule haben wir uns immer etwas gekauft und Abends gab es Pap mit irgendeiner Beilage, z.B. Würstchen oder Gemüsebrei. Zwischendurch wurden einige Früchte gegessen, da so ziemlich jede Familie irgendwelche Bäume im Gaten hat, damit man nicht immer die Früchte kaufen muss. Wir hatten in unserem Garten Apfel-, Bananen-, Guaven-, Mango- und Grapefruitbäume. Auch ziemlich interessant ist, dass die Äpfel dort total klein waren und die Bananen drei mal so groß wie in Deutschland. Wie Guaven und Grapefruits sonst aussehen, weiß ich leider nicht.
Vor dem ersten Schultag wurde mir auch gleich noch ein neuer Name gegeben- Amgelo. Alle Leute hier haben nämlich einen englischen Namen und einen auf Siswati, die Muttersprache in diesem Teil Südafrikas, da es direkt an der Grenze an Swaziland ist. Amgelo bedeutet so viel wie „willkommen sein“. In der Schule und auch generell im ganzen Gebiet ist man als Weißer wie ein Berühmter, da alle auf dich zugelaufen kommen, mit dir sprechen und Fotos machen wollen. Ich weiß nicht, wie es als weißer Junge ist, aber ich habe alleine am ersten Tag 7 Heiratsanträge bekommen, 2 mal wurde mir einfach nur zu geschrien „Marry me!“ und wie oft ich gefragt wurde, ob ich nicht seine Freundin sein kann, wollte und konnte ich nicht mehr zählen.
Wie ihr vielleicht gemerkt habt, gab es kein Badezimmer. Das heißt, gewaschen hat man sowohl sich selbst, als auch die Kleidung in einer Schüssel mit Wasser und einem Stück Seife. Die Toilette bestand aus einem Loch im Boden und abgespült wurde hier auch nicht, was dazu führte, dass man nur tagsüber wenn es wirklich hell ist auf die Toilette kann, da dann die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass dort dann weniger Kakerlaken rumlaufen. Hände waschen konnte man auch nicht wirklich (man bedenke, dass man hier auch noch mit den Händen isst) und die Zähne wurden 1-mal am Morgen notdürftig geputzt.
Die Schule begann morgens immer um 6 oder 7 Uhr, die Assembly war um 7:15, wobei die etwas anders abläuft als in den anderen Schulen. Es wird ein Lied gesungen, ein Gebet gesprochen und vielleicht wird noch eine Ankündigung gemacht und dann geht es in die Klassen. Die Klassen waren um einiges größer (45) und man konnte nicht irgendwelche Fächer wählen, sonder man muss sich zwischen 4 Möglichkeiten entscheiden, was zur Folge hat, dass man in einer festen Klasse ist und nicht jede Stunde im neuen Klassenraum mit neuen Mitschülern ist. In den Pausen gibt es, anders als an meinen vorherigen Schulen einen kleinen Markt von einheimischen Frauen die Gebäck und Snacks verkauften. Zum Beispiel konnte man dort ein Gebäckstück oder eine Packung Chips für 1 Rand kaufen (14 Rand=1€). Das einzige was mich auf diesem Austausch geschockt hat, war auch Teil des Schultages. In meiner Klasse wurde es nicht so viel gemacht, wegen meiner Anwesenheit und die erste Situation, wo ich es mitbekommen habe, war ein Mathetest an meinem zweiten Schultag, bzw. eher am dritten, als wir ihn zurück bekamen. Der Lehrer teilte die Aufgaben aus und sagte währenddessen lachend: „Alle die schlechtere Noten als Hannah haben, werden geschlagen.“ Für mich ein Schock, jedoch glaubte ich es nicht wirklich, da er dabei lachte. Als wir dann aber am nächsten Tag den Test wiederbekamen, bei dem ich zwar nicht gut abgeschnitten hatte, da ich den Stoff noch nicht gemacht hatte, hatten trotzdem noch über die Hälfte der Klasse weniger Punkte als ich. Diese mussten dann alle raus gehen und wurden zu meinem Schock wirklich geschlagen. Eigentlich kommt es laut den anderen noch viel öfter und auch in der Klasse vor. Viele meinten am letzten Tag auch zu mir, dass sie  traurig sind, dass ich gehe, unter anderem weil die Lehrer dann keine Rücksicht mehr nehmen. Ich glaube, das war die einzige und schlimmste Erfahrung für mich in diesen zwei Wochen.
Genau wie die Preise in der Schule waren auch die anderen Shops im Dorf, die meisten Indern gehörten, ziemlich günstig, wobei chicken aber immer noch ziemlich teuer war, weshalb die meisten Familien hier ihre eigenen Hühner haben, die sie dann ab und zu schlachten.
An meinem zweiten Tag wurde ich auch direkt mit zur Kirche genommen, was wirklich sehr interessant war… Angefangen bei der Kleidung. Die Frauen trugen grüne, lange Gewänder und eine Art Hut in derselben Farbe. Die Männer im selben grün eine Art Jacke und eine schwarze Hose. Die meiste Zeit sprangen sie aus meiner Sich nur im Kreis herum und schrien etwas auf Siswati, was ich demnach nicht verstehen konnte. Das ganze dauerte 2 Stunden und ich war ehrlich gesagt froh, als es vorbei war, da es zum Einen viel zu warm war und es doch etwas seltsam für mich aussah und anhörte. Trotz der Wärme musste ich mir einen langen Rock bei meiner Gastschwester ausleihen, da man nur Sachen tragen durfte, die bis zum Knie oder länger waren. Regenschirme werden dort übrigens nicht für den Regen sondern für die Sonne, die besonders stark ist, benutzt.
In der zweiten Woche hatte ich das Glück mit ein paar anderen Austauschschülern, die in meiner Nähe wohnten, in den Krüger Nationalpark fahren zu können. Da ich aber meine wertvollen Sachen nicht mitnehmen sollte, sind die Fotos nicht besonders gut geworden, aber immerhin habe ich welche. Da die Schule der anderen Austauschschülern unseren Ausflug als educational tour angemeldet hatte, war der Eintritt für uns frei und wir mussten nur R100 (keine 10€) für das Tanken des Autos bezahlen. Im Gegenzug mussten/durften wir allerdings auch noch zu einem Vortrag über Die Tier und generell den Park, der ca. 1 Stunde dauerte.
Da unser Haus nur 2 Straßen und in etwa 3km von Swaziland entfernt war, ging ich einen Tag mit meiner Gastschwester und 3 Freundinnen zur Grenze. Da die anderen aber keinen Passport hatten, konnte ich mir leider auch keinen Stempel für den Pass abholen.
An meinem letzten Schultag hatten wir dann gar nicht mehr richtig Schule, da es zwei Programmpunkte gab, die ich bis heute noch nicht ganz verstehe. Anscheinend wurden zwei Sängerinnen organisiert, die seehr laut irgendwelche Lieder geschrien haben (singen kann man das nicht mehr nennen). Jedenfalls sind die Schülerinnen und auch einige Jungen immer total ausgerastet, sind aufgesprungen und haben ihr bestes beim Tanzen gegeben… sehr amüsant! Danach gab es noch eine religiöse Organisation, die etwas vorstellte und einen Pastor, der ein Gebet gesprochen hat (ich weiß nicht, was los war, aber auch er hat mehr geschrien als geredet), was auch nur eine knappe halbe Stunde dauerte. Alles in allem war es zwar sehr interessant, aber ich müsste es nicht wiederholen…
An sich war der cultural exchange für mich eine super Erfahrung, da ich wirklich in den vorgestellten Konditionen leben konnte, was andere Austauschschüler leider nicht erleben konnten. Am Ende war ich jedenfalls echt traurig, als ich weg musste.

So ein ziemlich langer Beitrag über alles was in den letzten zwei Monaten so passiert ist, was nicht gerade wenig ist… Ich hoffe es war nicht zu langweilig und ab jetzt werde ich mich hoffentlich auch wieder regelmäßiger melden können.
Bei irgendwelchen Fragen über den cultural exchange könnt ihr einfach einen Kommentar da lassen und ich versuche es so bald wie möglich zu beantworten. 

 Meine Schuluniform in Pretoria

Hospitality-Unterricht

Eins unser drei Haustiere



 Unser Spülbecken

 Unsere Küche
Unsere Toilette (Anblick von innen wollte ich ersparen)

Die Küche


 Mein Gastneffe

 traditionelle Kleidung


 mit einmal waschen ist es nicht getan! Auch nochmal durch sauberes Wasser

 traditionelles Kochen





 In meiner super schönen neuen Hose :// im Krüger Park







Donnerstag, 12. Januar 2017

Weihnachten und Neujahr

Nach langer Zeit, in der einige Probleme aufgetreten sind, melde ich mich auch mal wieder. Auch wenn heute die Schule erst wieder begonnen hat, war in den letzten Wochen und Tagen viel los und ich glaube jeder Austauschschüler muss durch diese Zeit durch.

Die Wochen nach der Capetour bis Weihnachten waren hingegen aber sehr entspannt, wenn auch sehr wenig weihnachtlich für mich. Die meiste Zeit haben wir Filme oder Serien im Fernsehen geguckt oder waren in der Stadt um uns ein bisschen die Zeit zu vertreiben. 

Ich hoffe, ich kann mich jetzt noch gut genug an Weihnachten erinnern, denn das ist ja jetzt schon wieder eine Weile her, aber ich werde euch versuchen einen Einblick zu geben, wie man in Südafrika Weihnachten feiert.

Am Morgen vom 24. Dezember haben wir erst noch ganz normal gefrühstückt, Filme geguckt, das Essen vorbereitet und die letzten Besorgungen gemacht. Am späten Nachmittag kamen dann noch meine Gastgroßeltern, mein Gastonkel mit seinen zwei Töchtern und zwei Freunde meiner Eltern, die mit uns Heiligabend verbrachten. Abends nach dem Essen, das aus vielen kleinen kalten Snacks bestand, gab es dann auch schon die Bescherung (draußen am Pool), was in Südafrika eigentlich eher ungewöhnlich ist, da die meisten Familien die Bescherung am 25.12. morgens machen. Nach der Bescherung (ich habe übrigens einen wunderschönen südafrikanischen Rucksack von meinen Gasteltern, Ohrringe von meinen Gastgroßeltern und ein paar Kleinigkeiten bekommen :D) saßen wir noch zusammen und haben später noch einen Film zusammen geguckt und in den Pool gesprungen. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass wir am ersten Weihnachtstag in die Kirche gehen, da meine Familie auch sehr religiös ist, aber am nächsten Morgen kamen ganz viele Leute aus der Familie zu uns, die ich teilweise noch gar nicht kannte, und wir braaiten zusammen.

Kurz danach, am 28ten ging es dann ja auch schon wieder los in den Urlaub mit meiner Gastfamilie. Mit zwei Autos, 3 Erwachsenen, 7 Jugendlichen/Kindern und 4 Hunden ging es um Mitternacht los. Ich fuhr mit meiner Gastfamilie einem Freund von meinem Gastcousin und den 4 Hunden in einem Auto, was teilweise echt sehr aufregend war, da die Hunde gerne durch das Auto springen und immer wieder mal hinten oder vorne oder dann doch wieder an der Seite rausgucken möchten... Da wir so früh losgefahren waren, kamen wir schon gegen 10 an und hatten so mit noch den ganzen Tag zur Verfügung. Die ersten 3 Tage verbrachten wir am Strand und einen Abend waren wir noch Quad fahren (Die Beschreibung meines Gastvaters, dass das wie Fahrrad fahren sei, kann ich leider nicht ganz bestätigen :D) Die nächsten zwei Tage verbrachten wir dann außerhalb der Sonne, da wir alle einen kleinen bzw großen Sonnenbrand hatten, indem wir ausgeliehene Filme anschauten und die Weihnachtsmärkte von Margate besuchten. Dann war auch schon Silvester da... Gegen 8 Uhr Abends fuhren wir an den Strand und machten ein paar Fotos (meine Gasteltern sind Hobbyfotografen) und schauten uns aus dem Auto die ersten Feuerwerke an. Danach fuhren wir aber auch schon wieder zu unserer Unterkunft und alle, bis auf meine Gastschwester, ihrem Cousin, seinem Freund und mir gingen um 10 schlafen, was mich ein bisschen wunderte, da mir eigentlich gesagt wurde, dass Silvester und Neujahr hier total groß gefeiert werden. Jedenfalls saßen wir 4 dann noch zusammen auf der Mauer, die um das Haus war und warteten auf das große Feuerwerk, wobei die Auseinandersetzungen vor unserem Haus zwischen Polizisten und Menschen, die nicht einsehen wollten, dass die Straße gesperrt ist, viel interessanter war. Nachdem wir dann jedenfalls 1 Stunde vor deutscher Zeit im neuen Jahr angelangt waren und ein bisschen Feuerwerke gesehen hatten, gingen wir dann aber auch schon schlafen. Den 2. Januar, Michelles Geburtstag, verbrachten wir dann in einem Wildwasserpark, mit ganz vielen Rutschen, wo wir uns wieder ordentlich Sonnenbrände eingefangen haben. Den letzten Tag verbrachten wir nochmal mit Filme gucken und schon mal alles aufräumen, denn am 04ten ging es dann auch schon um 7 wieder zurück nach Hause.

Bis jetzt war das neue Jahr also echt schön, doch anscheinend tat uns die Sonne im Urlaub nicht gut, denn als wir im Krankenhaus meinen Gastopa besuchen waren, kippte Michelle auf einmal aus dem nichts um. Zum Glück ging es ihr aber schnell wieder besser und nachdem sie Flüssigkeit bekommen hatte, konnten wir wieder nach Hause. Am nächsten Tag ging es dann für Michelle als Überraschung mit mehreren Freunden in die Mall um im Kino ihren Geburtstag nach zu feiern. Nach einem weiteren Krankenhausbesuch (dieses Mal war ich die, die geschwächelt hat) ging es wieder nach Hause und die letzten Ferientage begannen. Diese Tage gestalteten sich für mich eher weniger schön und letzendlich bin ich froh, dass die Schule wieder begonnen hat (Dass ich das mal sagen würde, hatte ich nicht erwartet!)

Heute war also der erste Schultag und ich bin auch endlich in der 10ten Klasse angelangt... Die Begrüßung der Kleinen in der 8ten Klasse ist für die Älteren ziemlich lustig, denn während die Älteren alle schon in der Hall sitzen für die große Assembly, die gewöhnlich nur jeden Montag statt findet, dürfen sich die Ältesten, die Matrix, sich etwas ausdenken, wie die Kleinen an allen vorbei zu ihren Sitzen nach ganz vorne laufen müssen. Dieses Jahren hatten alle Mädchen 3 Zöpfe, und alle hatten Punkte im Gesicht und auf den Beinen. Außerdem mussten sie mit einem Schild um Hals, einer Hand auf dem Kopf und einer auf dem Mund zu ihren Plätzen. Nach einer wirklich langen Assembly (sie war heute wirklich 1,5 Stunden lang) kamen dann alle Stufen einzeln zusammen und die Klassenverteilung wurde verkündet (Jedes Jahr werden die Klassen bzw die Schienen geändert) Nachdem ich mal wieder erst nicht mit im System war, wurde mir dann doch noch meine Schiene im Büro zugeteilt und ich bin zwar nicht mit Michelle, aber mit einer sehr guten Freundin in einer Schiene. Heute und morgen läuft aber nicht sonderlich viel in der Schule, da alles noch organisiert wird, das heißt man sitzt eigentlich den ganzen Tag in seinem "Klassenraum" und kann machen was man will. Ab Freitag geht es dann richtig mit dem Unterricht los.



Fotos folgen

Montag, 12. Dezember 2016

Kapstadt 2.0



26.11.: Die Reise geht los.  Mit 14 weiteren Austauschschülern aus aller Welt, einem Tourguide und einem Driver ging es als erstes in Richtung Kimberly, wo wir das Big Hole besucht haben und auch eine Nacht verbracht haben.






27.11.: Nachdem wir nach ein paar Schwierigkeiten doch noch aus Kimberly rausgefunden haben hieß es für den Tag eigentlich nur Fahren. Kurz vor unserem nächsten Ziel, Oudtshoorn, hielten wir noch an einem Wasserfall an. Dort war unsere Gruppe die größte Attraktion, denn wir waren die einzigen Weißen und dann sind wir auch noch von Klippen ins Wasser gesprungen! 😂 Hier ging es übrigens auch los, dass ich zum Tollpatsch der Reise wurde... Da bin ich zum ersten Mal ein paar Steine runtergefallen und habe mir so mit ein paar schöne blaue Flecken am ganzen Körper zugezogen!

Die ersten blauen Flecken
 Der "Wasserfall"~Das Wasser war aber trotzdem super tief und kalt


28.11.: Nachdem die Koffer schon wieder gepackt wurden, ging es auf zu den CangoCaves. Doch eine normale Tour durch die Höhlen hätte natürlich nicht gereicht!😂 Für uns ging es auf die sogenannte Adventure Tour, wo wir unsere Kameras und Handys leider nicht benutzen konnten, denn die "Gänge" waren teilweise nur 50cm breit und 25cm hoch. Nachdem alle heile durchgekommen waren fuhren wir zur nahe gelegenen ostrich farm. Nach einem Mittagessen mit Straußenfleisch hatten wir noch eine Tour, auf der wir Strauße sehen und füttern konnten und sogar auf den riesigen Straußeneiern stehen konnten. Da es leider über 30Grad war, fiel der Part, wo man auf den Straußen reiten kann, leider aus. Am Nachmittag machten wir uns dann noch auf den Weg zu unserer Unterkunft für die nächsten 4 Nächte; Tsitsikamma. Hier haben einige von uns übrigens nicht in normalen Räumen geschlafen sondern in Zelten, die aber so gut ausgestattet und überdacht waren, dass sie meiner Meinung nach sogar schöner waren als die Räume (in der Nacht nur etwas kalt :D)





 Hier wussten wir noch nicht, dass wir nur 2 große Räume besuchen und es dann in sehr enge Gänge geht...
Während der Adventure Tour kamen noch einige blaue Flecken dazu...
Die Eier sind so groß und stark, dass man darauf stehen kann

 Kleine Straußenbabys
 Das Zelt



29.11.: Ein weiteres Abenteuer wartete auf uns... Es ging los auf eine Segway Tour. Auch wenn es für Außenstehende ziemlich lustig aussieht und man denkt: Dass ist doch nur was für alte Leute!, ne ne, so ist das nicht... es hat echt Spaß gemacht damit durch den Wald zu fahren und nebenbei noch ein paar interessante Sachen über das Gebiet zu erfahren! Und diese Teile können sogar echt schnell werden 🙈 Nachmittags ging es dann für uns das erste Mal richtig zum Strand. Ich hatte gar nicht gedacht, dass Südafrika so schöne Strände und vor allem so große Wellen hat! Ein paar Einheimische hatten schon den Rettungsdienst gerufen, da die Wellen einige von uns immer wieder ins Meer zogen... Wir schafften es zum Glück aber alle wieder raus bevor der Rettungsdienst mit 4 Booten eintraf...🙄





 Manche Leute gucken immer schön auf Fotos... Ich nicht :D


30.11.: Morgens ging es für uns das erste Mal zu Fuß zum nächsten Programmpunkt, der eine Abseiltour war. In einem nahegelegenen Wald fuhren wir in Höhe von 25m (glaube ich) von einem Baum zum anderen und bekamen immer wieder wissenswerte Informationen von unserem Guide.
Am Nachmittag konnten wir uns zwei Attraktionen aussuchen, die wir gerne sehen wollten. Zur Auswahl standen: Birds of Eden, Elephant Sanctuary und Monkey Land. Für mich war die Entscheidung klar, denn ich bin kein großer Vogelfan und Raubkatzen durfte ich schon einige sehen mit meiner Familie ☺️ Also ging es für mich als erstes zu den Elefanten und dann zu den Affen.




 Ja genau! Wir sind mit den Elefanten spazieren gegangen!





 Und wieder sieht man eindeutig, dass wir von den Affen abstammen: Immer nur am streiten!






01.12.: Es ging mal wieder ans Wasser! Den Vormittag verbrachten wir mit einer Kayak- und Leylotour, bei der wir auch nochmal die Möglichkeit hatten, von ein paar kleinen Klippen ins Wasser zu springen. Den Nachmittag verbrachten ganz entspannt am Strand, bzw. ein paar Mädels und ich verbrachten ihn an der Suspensionbridge, zu der man nur ca 15 min hinlief und dort einen wunderbaren Ausblick hatte.



02.12.: Die Zeit in Tsitsikamma war schon wieder um und es hieß wieder für einen Tag lang: Fahren! Am späten Nachmittag kamen wir dann an unserem Ziel der Reise an: Kapstadt.

03.12.: Ein Tag voller Programm... Morgens als erstes auf den Tafelberg, wo ich ein zweites Mal die unglaubliche Aussicht genießen durfte (wenn man schon das zweite Mal da ist, kann man ja auch gleich nochmal ausrutschen und hinfallen...) und direkt danach zum Hout Bay von wo aus wir eine Bootsfahrt zu einer Insel voller Robben machten. Es gab mal wieder Lunch on the road, denn unser nächstes Ziel war etwas weiter entfernt! CapePoint. Nach der kleinen Wanderung zum Leuchtturm und ein paar Fotos ging es aber direkt wieder zurück zum Auto denn wir wollten auch noch das berühmte Kap der guten Hoffnung sehen! Dort haben wir neben den riesen Wellen aber auch noch einen toten Wal gesehen...















Ja, es war ein bisschen windig :D



04.12.: Ein zweites Mal ging es für mich mit dem Boot nach Robben island. Und ich bin echt froh darüber, denn beim letzten Mal hatten wir einen für mich persönlich nicht so guten Tourguide und dieses Mal einen um so besseren! Nach einem leckeren Fruchtsalat zum Mittagessen ging es dann ins two ocean Aquarium und dieses Mal konnte ich sogar die Pinguin Fütterung sehen, die wir letztes Mal verpasst haben. Direkt danach ging es für uns auf den sogenannten Hop in hop off bus und wir erfuhren echt viele interessante Sachen über Capetown! Nachdem ein paar von uns sich entschieden hatten an einem Strand auszusteigen,bin ich mit einer Italienerin zu der nächsten Station gelaufen,um die Zeit gut zu nutzen. Auf dem Weg sind wir dann doch echt an einem Crêpestand vorbei gekommen und da kam es uns mehr als recht dass an diesem Tag und Geld zur Verfügung gestellt wurde um das Abendessen zu kaufen, was wir wollten. Nachdem wir dann wieder alle zusammen waren, verbrachten wir den Abend in der V&A Waterfront, wo ich mir mit Katharina glaube ich das beste Essen der Reise gekauft habe: Brot mit Salami! Viele werden auch jetzt bestimmt denken: Brot? Ist doch nichts besonderes! Haha... Doch! Nach knapp 4 Monaten in Südafrika ist ein normales Brot aus einer Bäckerin ein Traum! Ich hatte wirklich niemals gedacht, dass ich mich mal so über ein Brot freuen würde! Leider war die gute Stimmung aber schnell vorbei, denn mit einem Mal schlossen alle Geschäfte bis auf einen Supermarkt und wir konnten unseren Plan, die Weihnachtsgeschenke hier zu kaufen, vergessen... Die letzten 1,5 Stunden verbrachten wir so mit alle im Supermarkt...





 Nelson Mandelas Zelle

 Pinguine im Freien
 Nemos :D







05.12.: und schon war er da; der letzte Tag in Kapstadt. Morgens ging es in den Ratanga Junction Funpark, den wir uns alle etwas größer und lustiger vorgestellt hatten... nachdem wir die größten Attraktionen einemmal durchhatten und unser Mittagessen im Park gegessen hatten, verbrachten wir also lieber unsere restliche Zeit in der Shopping Mall Canal Walk. Am Nachmittag führen wir dann noch ein letztes Mal zum Strand, doch das Wasser war so kalt, dass wir nur ganz kurz drin waren und danach einfach nur noch in der Sonne entspannt haben und ein Postamt gesucht haben. Am Abend fuhren wir dann zum Abschluss noch zu einem Aussichtspunkt auf dem Signal Hill (Löwenkopf) wo wir die ganze Stadt bei Nacht sehen konnten.
In den letzten zwei Tagen habe ich mir übrigens ungefähr 10 mal meinen Kopf am Auto gestoßen wodurch schlussendlich sogar irgendeine Flüssigkeit aus meinem Kopf kam und ich am letzten Tag nicht ganz ins Wasser konnte...

 









06.&07.12: Für die letzten zwei Tage hieß es dann nur noch Fahren (mit einer Zwischenübernachtung) und ich kam am 07 schon als erste um 14:30 zu Hause an, während die anderen noch auf dem nach Pretoria und Johannesburg waren.

Zum Schluss will ich noch einmal ein ganz großes Dankeschön an meine Eltern richten, die mir diese zweite, unglaubliche Reise nach Kapstadt ermöglicht haben! Ich meine, für mich ist das Reisen innerhalb Südafrika natürlich auf keinen Fall so wichtig wie die Kultur kennen zu lernen, denn das ist ja auch der Grund meines Auslandjahres, aber trotzdem ist es immer wieder unglaublich schön so etwas erleben zu dürfen und vor allem ist mir bei dieser Reise mal wieder aufgefallen, dass man viel Zeit braucht um eine Kultur und ein Land kennen zu lernen und zu verstehen, deshalb bin ich auch echt glücklich, dass ich ein jahr hier verbringen darf, denn in ein paar Tagen oder meinetwegen auch Wochen oder so kann man gar nicht alles kennen lernen und verstehen. Was mir auch nochmal sehr aufgefallen ist: Kapstadt ist nicht Südafrika! Klar gehört es zu dem Land, so schlecht bin ich in Erdkunde auch nicht, aber die ganze Stadt passt überhaupt nicht zu dem restlichen Südafrika! Wahrscheinlich kommt es auch daher, dass so viele Menschen von Südafrika schwärmen und ich meine ich liebe Südafrika auch, aber viele sehen halt nur die Seite von Kapstadt und die ist komplett anders als der Rest des Landes!

Achja noch so nebenbei: Nikolaus wird hier nicht gefeiert, Advent auch nicht und einen Adventskalender habe ich auch noch nicht gesehen! Dann bin ich hier ja auch noch mitten im Sommer und so mit bin ich gar nicht in Weihnachtsstimmung und kann es gar nicht glauben, dass in zwei Wochen schon Heiligabend ist!

Ich habe während der Reise übrigens immer wieder ein paar kleine Videos gedreht und werde diese versuchen mal zusammen zu schneiden... Falls ihr nichts mehr davon hört, wisst ihr, dass ich versagt habe ;D

So jetzt habe ich doch einiges mehr geschrieben also geplant, aber jetzt bin ich auch fertig😁
Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und da ich ja über Neujahr schon wieder im Urlaub bin, auch schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr! Man sieht sich 2017😜